Herz Jesu

Herz Jesu thront über dem Klingenbachtal

Oberhalb der Klingenbachanlage steht die in italienischem Baustil errichtete Herz-Jesu-Kirche mit dem markanten freistehenden Turm. In Herz Jesu ist der Pfarrsitz der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost und der Standort der Pfarrämter Herz Jesu, Bruder Klaus und Heilig Geist.

Das Gemeindehaus mit der Kindertagesstätte wird derzeit renoviert, weswegen das Kinderhaus Herz Jesu interimsweise im Gemeindehaus Heilig Geist untergebracht ist und andere Veranstaltungen auch umziehen müssen. Am ersten Sonntag im Monat gibt es den Gottesdienst zum “Familiensonntag“ mit Kirchkaffee.

Pfarramt Herz Jesu

Frau Nagler
Schurwaldstr. 3, 70186 Stuttgart

Tel.: 0711 98 69 28 20
Fax: 0711 98 69 28 29
E-Mail: herzjesu.stuttgart-ost@drs.de

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 Uhr bis 12 Uhr, Mittwoch 14 Uhr bis 17 Uhr.

Aktuelles aus Herz Jesu

Termine im Jubiläumsjahr von Herz Jesu

Sonntag, 13. November, im Sonntagsgottesdienst um 11 Uhr Feier des Weihejubiläums von Diakon Lätzel mit Erhalt der Ehrenmünze der Stadt.
In Anschluss an den Gottesdienst lädt der Kirchengemeinderat zu einem gemeinsamen Mittagessen und zu einer Gemeindeversammlung ein, bei der Rückblick, Information und Austausch im Mittelpunkt stehen.

Sonntag, 27. November, um 17 Uhr Konzert mit dem Akkordeonorchester Gablenberg und dem Chor Graffity als musikalischer Schlusspunkt unseres Jubiläumsjahres in der Herz Jesu-Kirche.

Umbrüche und Aufbrüche – Eindrücke aus der Zeit mit Pfarrer Hans Georg Schmolke (2010-2019)

In dieser vorletzten Folge unserer Sonderseiten zum Herz Jesu-Jubiläum steht die Zeit mit Pfarrer Hans Georg Schmolke im Mittelpunkt, der von 2010 bis 2019 Leitender Pfarrer in Herz Jesu war.

Um diese Phase der jüngeren Vergangenheit Revue passieren zu lassen, trafen sich einige ehemalige und aktive Kirchengemeinderätinnen und -gemeinderäte zu einem Frühstück im Konferenzraum des alten Gemeindehauses.

Dem kleinen Gesprächskreis gehörten an: Rosemarie Grünwald, Gewählte Vorsitzende im ersten Kirchengemeinderat zur Zeit Pfarrer Schmolkes, Hildegard Cramer, Gewählte Vorsitzende in der zweiten Legislaturperiode, sowie Jenny Keller, in beiden Gremien aktiv, und Thomas Bäumler, der erst zur zweiten Periode dazu stieß. Pfarrer Laupheimer moderierte das Gespräch und stellte interessierte Nachfragen.

Schnell war man sich einig, dass sich die Zeit Pfarrer Schmolkes am besten als eine Phase des Umbruchs, aber auch als eine Phase kleinerer Aufbrüche charakterisieren lässt. So war insbesondere die Anfangszeit des neuen Pfarrers von Spannungen und Missverständnissen geprägt, die schließlich in den Rücktritt der langjährig engagierten Gewählten Vorsitzenden Frau Grünwald mündeten. Ebenso machte sich das Ende der Volkskirche auch in Herz Jesu immer deutlicher bemerkbar. Entsprechende Entwicklungen hatten bereits unter Pfarrer Müller eingesetzt: Die regelmäßigen Kirchgänger wurden immer weniger, jüngere Menschen und Familien fanden nur noch selten den Weg in die Kirche.
 
Mit dieser Ausgangslage konfrontiert, machte sich der zweite Kirchengemeinderat, der zuletzt nur noch aus vier Personen plus Pfarrer bestand, an die Arbeit.

In struktureller Hinsicht war das große Thema der zweiten Legislaturperiode die geplante Fusion der vier Gemeinden Bruder Klaus, Heilig Geist, Herz Jesu und St. Nikolaus. Pfarrer Schmolke und viele Kirchengemeinderäte erhofften sich davon Synergien vor allem in administrativer Hinsicht, um wieder mehr Luft und Raum für pastorale und seelsorgliche Aktivitäten zu gewinnen. Auch wenn es am Ende nicht zu einer echten Verschmelzung der vier Gemeinden kam, wurde zum ersten Januar 2017 doch die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost als Ergebnis dieses Prozesses aus der Taufe gehoben.
 
 

Im selben Jahr begannen die Planungen für den Umbau von Kinderhaus und Gemeindehaus in Herz Jesu, ein Projekt, das nach vielen Höhen und Tiefen erst im laufenden Jubiläumsjahr zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden konnte.

Neben diesen strukturellen Impulsen bemühte sich der zweite Kirchengemeinderat aber auch um mehr gemeinschaftsstiftende Aktivitäten. So kam es etwa zur Wiederbelebung einer alten Gemeindetradition, dem Fastenessen. Unter der Regie von Bernd Raunegger wurde Gemeindemitgliedern am Misereor-Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst eine frisch gekochte Gemüsesuppe kredenzt.

Auch die Einführung von Familiensonntag und Kirchkaffee fällt in diese Zeit. Jeden ersten Sonntag im Monat sollte der Gottesdienst kürzer und beschwingter sein, mit anschließendem gemütlichem Zusammensein bei Kaffee und Gebäck. Familien konnten sich so untereinander besser kennenlernen und in der Gemeinde wieder heimischer werden.

Vielleicht war es bei einem solchen Kirchkaffee, dass sich einige Familien auch zu einer Kegelgruppe zusammenschlossen. Die „Spießerkegler“ trafen sich gelegentlich am Samstag in der Kegelbahn des Gemeindehauses.

Neben neuen, gemeinschaftsorientierten Gruppierungen bestanden aber auch alte weiter fort, so etwa der Tanzkreis von Rosemarie und Josef Grünwald, der sich inzwischen nach 39 Jahren zwar nicht mehr zum Tanzen, aber immer noch gelegentlich zum Abendessen trifft.
Kennzeichnend für die genannten Impulse war, dass sie allesamt aus der Gemeinde, also quasi von der Basis kamen, und von Pfarrer und Pastoralteam entsprechend unterstützt wurden.

Nicht zuletzt war die Zeit Pfarrer Schmolkes auch in kirchenmusikalischer Hinsicht eine Umbruchzeit. Nach 34 Jahren ging Chorleiter und Organist Peter Lauterbach 2015 in den Ruhestand. Kirchenmusik auf hohem Niveau und unvergessliche Konzerte waren sein Markenzeichen gewesen.

Sein Nachfolger Sebastian Neumann setzte neue und eigene Akzente. So wählte er als sein erstes großes Kirchenkonzert die Missa Gaia des amerikanischen Sopransaxophonisten und Komponisten Paul Winter. Dabei handelt es sich um eine sowohl ökumenisch wie ökologisch inspirierte Messe, die unter anderem auch Tierstimmen wie den Gesang der Buckelwale integriert.

In all den Umbrüchen und Aufbrüchen gab es aber auch eine wichtige Konstante: Pfarrer Schmolkes Liebe zur Liturgie. Die würdige Gestaltung der Messe war ihm ebenso ein Anliegen wie die Vermittlung der Schätze der kirchlichen Tradition.

Letztlich haben sich die Neuerungswünsche der Kirchengemeinderätinnen und -gemeinderäte und das Traditionsbewusstsein des Pfarrers in den meisten Fällen recht gut ergänzt.

Thomas Bäumler

Aufsatz von Prof. Dr. Joachim Köhler zur Geschichte von Herz Jesu erschienen

Im Rottenburger Jahrbuch für Kirchengenschichte Band 40-2021 hat Prof. Dr. Joachim Köhler einen lesenswerten Artikel mit dem Titel „Die Anfänge der Stuttgarter Großstadtpfarrei Herz Jesu und ihr Stadtpfarrer Georg Ströbele“ veröffentlicht. Prof. Köhler ist emeritierter Professor für Kirchengeschichte an der katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen.

Im Jahr 1947 kam er, vertrieben aus der schlesischen Heimat, als 12-Jähriger mit seiner Familie in die Gemeinde Herz Jesu, die Familie wohnte bis 1949 in der Klingenstraße. Er war Ministrant und hatte so direkten Kontakt mit Pfarrer Ströbele.

Eine Kopie des Artikels können Sie im Pfarrbüro Herz Jesu erhalten. Gerne hätten wir Prof. Köhler zu einem Vortrag oder Gottesdienst zu uns nach Herz Jesu eingeladen. Doch das lässt sein Gesundheitszustand leider nicht zu.

Wir danken Prof. Köhler ganz herzlich für die Exemplare seines Artikels, die er uns hat zukommen lassen.
Josef Laupheimer

Herz Jesu: Umbau des Gemeindezentrums mit Kinderhaus

Die neuen Räume können beim Gemeindefest am 10. Juli besichtigt werden

„Es ist geschafft!“ heißt es in der Gemeinde und im Kinderhaus Herz Jesu. Nach über zweijähriger Bauzeit können am kommenden Sonntag Gemeindemitglieder und Interessierte die frisch sanierten Räume des Gemeindezentrums – ein Kinderhaus für 60 Kinder, ein Gemeindesaal für 100 Personen und eine neue Bücherei – besichtigen. Im Stuttgarter Osten ist die Freude groß darüber, dass mit „100 Jahre Herz Jesu“ auch der Umbau gefeiert werden kann. „Wir sind alle froh, dass der Bau so schön und ansprechend geworden ist“, freut sich Pfarrer Josef Laupheimer und lädt zum Gemeindefest am 10. Juli ein. VON ELISABETH PERKOVIC |  05.07.2022  Mehr

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Gemeindefest

100 Jahre

Herz Jesu Gemeinde

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Pfarrer Dieter Müller

 

Selbstbewusste Gemeinde und starkes Pastoralteam – Eindrücke aus der Zeit mit Pfarrer Dieter Müller (1987-2009)

Auf unseren Sonderseiten zum Herz Jesu-Jubiläum geht es dieses Mal um die 22 Jahre, in denen Dieter Müller Pfarrer in Herz Jesu war – eine lange und prägende Zeit. Als Pfarrer Müller 1987 die Pfarrstelle antrat, fand er dort, nach eigenen Worten, eine sehr selbstbewusste Gemeinde mit vielen engagierten Ehrenamtlichen vor. Im Gespräch verweist er auch auf sein starkes Team – bestehend aus Gemeindereferentin Luise Hartmann, Pastoralreferent Hermann Metzler und Diakon Lätzel, später auch aus den Pastoralreferenten Richard Pahl und Johannes Nieß, aus tollen Sekretärinnen und dem engagierten Mesnerehepaar Maier. Er erinnert sich an großartige Kirchenkonzerte unter der Leitung von Peter Lauterbach. Und an viele schöne Gemeindereisen, unter anderem nach Israel und Rom.
Mit Dieter Müller hat die Herz Jesu-Gemeinde auch überregional Beachtung gefunden, war er doch viele Jahre lang in der Rundfunkarbeit tätig – für das „Geistliche Wort“ beim damaligen SDR. So kam es, dass auch aus der Herz Jesu Kirche immer wieder einmal Gottesdienste im Radio übertragen wurden.
Als kunstsinniger Mensch hat Dieter Müller auf die Kirchenraumgestaltung sowohl in Herz Jesu als auch in Bruder Klaus großen Einfluss genommen. Schon während seiner Vikarszeit in Rottweil hatte er dort den Bildhauer, Zeichner und Maler Siegfried Haas kennen gelernt. Ihn konnte er für Arbeiten in beiden Kirchen Herz Jesu und Bruder Klaus gewinnen. In Herz Jesu wurde die klassizistische Kopie eines Kreuzweges durch zeitgenössische Ölgemälde von Siegfried Haas ersetzt. Der nackte Christus am Kreuz, so erinnert sich Pfarrer Müller, kam nicht sofort bei allen Gemeindemitgliedern gut an. Ebensowenig ein bebrüsteter Heiliger Geist an der gestalteten Taufwand. Theologisch hat es damit freilich seine Richtigkeit, denn das hebräische Wort für Geist ist ruach – und ruach ist weiblich.
Die Ökumene war Pfarrer Müller immer ein Herzensanliegen – oder wie er es ausdrückt: „ein heiliger Auftrag“. Für die erste ökumenische Hochzeit, die er in Gaisburg zelebrierte, musste er damals noch hochoffiziell von Rom eine Genehmigung einholen. Die enge und freundschaftliche Verbindung zur evangelischen Kirchengemeinde in Gaisburg ging schließlich so weit, dass der dortige Pfarrer Hans Martin Riethmüller den Wunsch äußerte, von Pfarrer Müller beerdigt zu werden, wozu es dann auch kam.
Es gab in der Zeit von Pfarrer Müller eine große Ministrantenschar, der Graffity-Chor wurde gegründet, ein Gesprächskreis für Männer ins Leben gerufen. Es gab den Seniorenclub, eine anspruchsvolle Kirchenmusik, die Peter Lauterbach verantwortete, einen Tanzkreis, einen Donnerstag-Frauenkreis, den Frauenbund, eine Bücherei und das Waldheim Marienburg.
Mit den Jahren nahm jedoch die Kirchenbindung immer mehr ab – da machte die Herz Jesu Gemeinde keine Ausnahme. Die Hochzeiten wurden weniger, die Anmeldungen zur Erstkommunion gingen zurück, viele Jugendliche kehrten nach der Firmung dem Gemeindeleben den Rücken.
In die Zeit von Pfarrer Müller fiel schließlich auch die Entstehung der Seelsorgeeinheit von Herz Jesu, Bruder Klaus, Heilig Geist und St. Nikolaus, der Vorläuferin unserer heutigen Katholischen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost.

Myriam Sprenger geb. Lätzel war von Mitte der 1980er bis Mitte der 90er Jahre in Herz Jesu engagiert, unter anderem als Ministrantin, KJGlerin und Betreuerin auf der Marienburg. In ihrem Beitrag teilt sie ihre ganz persönlichen Erinnerungen mit uns – von knoblauchduftenden Ministranten bis zur Ferienfreizeit auf der Marienburg.

Viel Spaß bei der Lektüre wünschen
Thomas Bäumler, als Kirchengemeinderat mit
dem Jubiläum befasst und Josef Laupheimer, Leitender Pfarrer

Erinnerungen von Myriam Sprenger (geb. Lätzel)

Wer ich bin und was mich mit Herz Jesu verbindet – diese Frage möchte ich vielleicht erstmal vorab klären.
Ich bin 1973 in Stuttgart Gaisburg geboren und verbrachte eigentlich meine gesamte Kinder- und Jugendzeit in Herz Jesu. Man würde sagen: Ich habe meine typische „Kirchenlaufbahn“ in Herz Jesu absolviert. Angefangen von Taufe, Kommunion, Ministrantin, KJGlerin, Firmung, Dekanatsleiterin der KJG war es mir zu guter Letzt, obwohl ich schon in Böblingen gewohnt habe, besonders wichtig, meine Hochzeit 2001 in Herz Jesu zu feiern. Heute lebe ich mit meinem Mann und unseren Töchtern in Böblingen. Ich arbeite als Grundschullehrerin, und so liegt es nahe, mich in meiner jetzigen Kirchengemeinde vor allem um die Kinder- und Familienarbeit zu kümmern. Nachdem ich lange im Kirchengemeinderat tätig war, bin ich in dieser Wahlperiode als Gewählte Vorsitzende für die Gesamtkirchengemeinde aktiv. Diese anhaltende Bindung zur Kirche hat ihre Wurzeln in Gaisburg. Den Kontakt zu Herz Jesu habe ich nie ganz abgebrochen, denn seit 1988 gestalte ich immer wieder gerne die Osterkerze dort.

Wenn ich mich an die Zeit damals erinnere, gibt es viele großartige Momente und Geschichten. Ein paar Gedanken habe ich nun versucht in Worte zu fassen.
Ich erinnere mich an meine Zeit als Ministrantin. Hier fallen mir die Fronleichnamsgottesdienste in der Villa Berg ein. Manches Mal waren diese Gottesdienste so heiß, dass wir Minis der Reihe nach umfielen, da wir zum einen in der prallen Sonne standen und auf der anderen Seite die Minigewänder auch nicht gerade für Abkühlung sorgten. Pfarrer Müller fanden wir als junge Minis dann besonders cool, da er dort oft mit Sonnenbrille zelebrierte.
Ich erinnere mich vor allem an unsere Abende nach der Christmette und der Osternacht. Anstatt Plätzchen gab es extra starkduftendes Knoblauchbrot. Für den einen ein Schmaus, für den anderen ein Graus. Pfarrer Müller musste nämlich statt gut riechendem Weihrauch am nächsten Tag neben sich knoblauchduftende Ministranten am Altar ertragen.
Ich erinnere mich auch an zahlreiche Advents- und Frühschichten, die wir um 6 Uhr morgens in der Kirche veranstaltet haben. Hier trafen sich Junge und Junggebliebene, um den Tag gemeinsam mit Gebet, Gesang und Frühstück zu beginnen. Wem dies noch nicht früh genug war, quälte sich am Ostermontag um 5.30 Uhr aus dem Bett zum Emmausgang in den Gaisburger Wald, um auf jeden Fall die Sonne aufgehen zu sehen.
Gerne erinnere ich mich, als KJGlerin mit 10 weiteren Jugendlichen an unserem besonderen Experiment teilgenommen zu haben. Wir wohnten eine Woche gemeinsam im Jugendbereich des Gemeindehauses. Wir kochten zusammen und übernachteten dort. Jeder ging morgens entweder in die Schule oder zu seiner jeweiligen Arbeitsstelle und abends traf man sich wieder im Gemeindehaus.
Ich erinnere mich an viele tolle Freizeiten im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb oder sogar in Luxemburg und im Elsass.
Toll waren auch die vielen Kinderfaschingsveranstaltungen, die wir mit Unmengen an Kindern aus Gablenberg und Gaisburg im Gemeindesaal betreut haben.
Wussten Sie, dass wir wahrscheinlich die einzige Kirche in Stuttgart sind, bei der man Beachvolleyball auf dem Kirchplatz spielen kann? Die KJG bekam tatsächlich von dem damaligen Kirchengemeinderat die Genehmigung, ein festes Volleyballnetz vor der Kirche zu installieren.
Nicht zu vergessen sind auch die Zeiten als Sternsinger. Damals gab es nur eine Gruppe für die gesamte Gemeinde. Das hieß: lange Fußmärsche und heisere Stimmen am Abend. Ich erinnere mich, dass wir unseren damals neuen Pastoralreferenten in seiner Wohnung so eingeräuchert haben, dass wir nicht mehr singen konnten und nacheinander einen Hustenanfall bekamen. Als dann auch noch ein König statt andächtig dem Evangelium zu lauschen anfing, Erdnüsse mit Schale zu essen, war es mit unserem königlichen Auftritt dahin. Wir lachten und konnten nicht mehr aufhören. Der neue Pastoralreferent fand diese Vorstellung allerdings nicht so lustig wie wir.
Wenn ich an die Zeit denke, gehört aber auch meine Zeit als Betreuerin auf der Marienburg dazu. Jeden Sommer fand dort die Stadtranderholung statt. Lange Jahre war hier Rafael Krol als Leiter tätig. Mehr als 150 Kinder verbrachten hier 6 Wochen ihrer Ferien mit Spiel und Spaß. Es gab Geisternächte, Feste, Wasserschlachten und anfänglich sogar eine Mittagsruhe mit Feldbetten zum Ausruhen. Die Wochen auf dem Waldheim Marienburg waren immer eine ganz besondere Zeit. Wie eine kleine Oase. Es entwickelte sich eine eigene „Sprache“ und für manch Außenstehenden wirkten diese Waldheimleute sicher etwas verrückt. Auch meine Eltern schüttelten oft den Kopf über meinen Bruder und mich in der Zeit. Waldheim Marienburg war eine kleine Welt für sich.
Schlussendlich schaue ich sehr gerne auf meine Zeit in Herz Jesu zurück und möchte nichts davon missen. Herzlichen Glückwunsch zu den 100 Jahren!!!
Myriam Sprenger (geb.Lätzel)

Eindrücke aus der Zeit mit Pfarrer Otto Schneider (1971-1986)

Auf unseren Sonderseiten zu 100 Jahre Herz Jesu geht es dieses Mal um die Zeit der 70er und 80er Jahre, als Otto Schneider Pfarrer in Herz Jesu war. Andreas Schardt, heute stellvertretender Leiter des kirchlichen Verwaltungszentrums und Geschäftsführer der Katholischen Sozialstation, erzählt im Interview, wie er damals vom Neuankömmling in der Gemeinde zum Ausbilder der ersten Ministrantinnen und schließlich zum Oberministranten wurde. Er erinnert sich an eine Gemeinde, die zugleich eine große Gemeinschaft war. Sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene kamen nicht nur zu Gottesdiensten regelmäßig zusammen, sondern verbrachten auch einen großen Teil ihrer Freizeit in der Gemeinde.  Es gab vielfältige Gruppierungen, gemeinsame Ausflüge und legendäre Feste.

Das ganze Interview, in dem diese Zeit wieder lebendig wird, können Sie als Video über den abgedruckten QR-Code abrufen. Außerdem ist dieses und viele weitere Videos auch auf unserer Webseite zu sehen:
www.kath-kirche-stuttgart-ost.de/gemeinden/herz-jesu/erinnerungen.  
Viel Spaß beim Eintauchen in die 70er und 80er Jahre
wünschen
Thomas Bäumler, als Kirchengemeinderat
mit dem Jubiläum befasst
und Josef Laupheimer, Leitender Pfarrer

Interview mit Andreas Schardt

BLICKPUNKT OST:
Vielen Dank, lieber Herr Schardt, dass Sie sich Zeit für dieses Interview genommen haben. Sie stammen ja, wie viele Gemeindemitglieder von Herz Jesu, nicht ursprünglich aus Stuttgart Ost. Wollen Sie uns vielleicht zuerst erzählen, wie Sie zu Herz Jesu gekommen sind?

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Eine Zeit des Aufbruchs: Kaplanei und erste Pfarrgemeinderatswahl (1969-1971)

Auf unseren Sonderseiten zu 100 Jahre Herz Jesu geht es diesmal um die Zeit des Aufbruchs nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Pfarrer Wolfgang Schmitt blickt zurück auf eine Gemeinde, die an Selbstbewusstsein gewinnt und deren Mitglieder mehr und mehr Verantwortung für das Gemeindeleben übernehmen wollen. Und er erinnert sich an Konflikte, die dort entstanden, wo das wachsende Mitwirkungsbedürfnis der so genannten Laien auf das traditionell-hierarchische Verständnis von Pfarrer Hofmann stieß. Ein besonderes Ereignis in dieser Zeit der Erneuerung war die erste, damals so genannte Pfarrgemeinderatswahl am 21. März 1971, für die doppelt so viele Frauen und Männer antraten wie es Plätze im Gremium gab.

Außerdem erzählt Pfarrer Schmitt in seinem Beitrag die kurze Geschichte der Kaplanei „Zum Heiligen Johannes Evangelist“, die auf seinen Vorschlag hin 1969 als eigenständige Einheit innerhalb der Herz Jesu Gemeinde eingerichtet wurde – mit ihm als erstem Kaplan. Im Gegensatz zum Vikar ist der Inhaber einer Kaplaneistelle nicht dem Ortspfarrer untergeordnet, er versieht die ihm übertragenen seelsorgerlichen Aufgaben in eigener Verantwortung. Leider sollte Wolfgang Schmitt in diesem neu geschaffenen Amt nur einen weiteren Nachfolger haben.
Ergänzt wird der Beitrag wieder mit Zeitzeugengesprächen, die in Form kleiner Videos über die abgedruckten QR-Codes abrufbar sind.
Tauchen Sie ein in eine Zeit des Aufbruchs, wie sie unsere Kirche auch heute wieder bitter nötig hat.

Eine anregende Lektüre wünschen
Thomas Bäumler, als Kirchengemeinderat
mit dem Jubiläum befasst
und Josef Laupheimer, Leitender Pfarrer

Neu in Herz Jesu – die Kaplanei

„In der Zeit von Pfarrer Hofmann waren 23 Vikare in Herz Jesu“ schreiben Rosemarie und Josef Grünwald im letzten Blickpunkt. Der dreiundzwanzigste war ich – und der letzte. Auch mir war das ironische Stoßgebet der Alumnen und Vikare bekannt: „Heiligstes Herz Jesu, bewahre uns vor Herz Jesu“. Bei der Versetzungsankündigung von Friedrichshafen nach Stuttgart versprach mir der Personalreferent: „Nach einem Jahr darfst du wieder gehen“. Länger hielt man es bei Prinzipal Hofmann und im Pfarrhaushalt nicht aus. Daran orientierte sich auch die Diözesanleitung bei der Stellenbesetzung; deshalb der jährliche Wechsel meiner Vorgänger.

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Eine Buchempfehlung

Buch von Dr. Elmar Blessing: „100 Jahre Herz-Jesu Kirche (1921-2021) – ein Beitrag zu ihrer Geschichte“

Das Buch ist fertiggestellt und ausgeliefert. Es ist sehr gelungen und ansprechend gestaltet mit vielen historischen Aufnahmen. Zum Preis von 10.- Euro kann es im Pfarrbüro Herz Jesu erworben werden.
Für das Buch haben wir vom Bezirksbeirat Stuttgart-Ost einen Druckkostenzuschuss in Höhe von 1300.- Euro erhalten. Dafür sind wir sehr dankbar.

In dem Buch veröffentlicht Dr. Elmar Blessing, der im Stuttgarter Osten bekannte Historiker und selbst Gemeindemitglied bei uns in Herz Jesu, außerdem ehemaliger Zweiter Vorsitzender des Kirchengemeinderates, das Ergebnis seiner historischen Forschungen zu den Anfängen der Herz-Jesu Kirche und Gemeinde.
Als Beitrag zum 100jährigen Jubiläum der Weihe der Herz-Jesu-Kirche hat Dr. Elmar Blessing in Archiven geforscht und mit Zeitzeugen Gespräche geführt. Er bietet keine umfassende „Geschichte der Herz-Jesu-Gemeinde“, sondern konzentriert sich auf Initiativen, die zum Bau der Kirche und zur Gründung dieser zweiten katholischen Gemeinde im Stuttgarter Osten geführt haben. Neben der besonderen Würdigung der Persönlichkeiten des engagierten Kirchenstiftungsrats Theodor Spöttle und des ersten Pfarrers Georg Ströbele, der die Gemeinde 28 Jahre lang geprägt hat, stellt Dr. Elmar Blessing Vereine, Gruppierungen und Einrichtungen der Anfangszeit vor, die das Gemeinschaftsleben in Herz Jesu geprägt haben.
Das Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte von Stuttgart-Ost, der weit über die Kirchengemeinde hinaus auf Interesse stoßen dürfte und für die Forschung und die Archive von großer Bedeutung sein wird.

Buchvorstellungen:
Das Buch wird von Herrn Dr. Blessing beim Seniorennachmittag am Dienstag, 10. Mai, und auch nach dem Ökumenischen Gottesdienst in Herz Jesu am Sonntag, 19. Juni, jeweils im Gemeindesaal Herz Jesu öffentlich vorgestellt.

Termine im Jubiläumsjahr von Herz Jesu

Termine im Jubiläumsjahr von Herz Jesu

Sonntag, 19. Juni: Ökumenischer Gottesdienst um 11 Uhr zusammen mit Pfarrer Wolfgang Marquardt in der Herz Jesu-Kirche anschließend Vorstellung des Buches von Dr. Blessing. Freitag, 24. Juni (Herz-Jesu-Fest): Festgottesdienst zum Patrozinium um 18.30 Uhr in der Herz Jesu-Kirche, anschließend Vortrag von Pfr. Schmolke zu seiner Schrift „Christianisierung in Stuttgart – Vom Abendmahlssaal in Jerusalem bis Herz Jesu in Gaisburg“. Sonntag, 10. Juli: Gemeindefest in Herz Jesu
Hurra - wir können und dürfen wieder feiern!!! Wir laden ein zum Gemeindefest am 10. Juli zum 100 jährigen Jubiläum Herz Jesu. Das wollen wir auch ganz heftig tun, wie bereits versprochen! Am 10. Juli feiern wir mit Ihnen und allen weiteren Gästen den 100. Geburtstag unserer Gemeinde rund um den Kirchturm. Unser Fest feiern wir gemeinsam mit dem Kindergarten Herz Jesu und dem Kinder- und Familienzentrum Arche Noah (Heilig Geist). Nach dem Festgottesdienst erwartet Sie ein Sektempfang. Deftiges vom Grill sorgt dafür, dass die Küche zu Hause kalt bleiben kann. Für unsere Vegetarier (und auch als Beilage) gibt es schöne knackige Salate. Für Hunger und Durst gibt es außerdem im Laufe des Nachmittages Waffeln, Eis, Cocktails, Kaffee und Kuchen und Getränke aller Art. Nach langem Umbau sind das Gemeindehaus mit neugestalteter Bücherei und der Kindergarten fertiggestellt. Ab 12.30 Uhr finden daher regelmäßig Führungen durch die neuen Räume statt. Es gibt das neue Buch von Dr. Elmar Blessing zu erwerben (100 Jahre Herz Jesu). Sie sehen - für jede und jeden ist etwas geboten. Seien Sie mit dabei!
Für das Vorbereitungsteam
Thomas Grünwald

Erinnerungen an die Zeit Pfarrer Hofmanns 1949-1970

Unsere Sonderseiten zu 100 Jahre Herz Jesu widmen sich diesmal der Zeit von Pfarrer Dr. Ernst Hofmann (1949-1970). Freuen sie sich auf die folgenden äußerst lebendig verfassten Beiträge dazu.
Besonders stolz sind wir auf den sehr persönlich gehaltenen Beitrag von Kardinal Walter Kasper. Walter Kasper ist nicht nur emeritierter Kurienkardinal, ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen und ehemaliger Bischof unserer Diözese. Er ist auch in gewisser Weise ein Gewächs unserer Herz Jesu Gemeinde, hat er doch hier von 1957 bis 1958 sein Vikariat absolviert. In einer Email zu unserem Jubiläumsfest schrieb er uns vor wenigen Monaten: „Es ist nun zwar schon lange her, aber Herz Jesu und manche damalige Gemeindemitglieder sind bei mir noch immer in bester Erinnerung“. Der Gemeinde lässt der Kardinal seine herzlichen Glück- und Segenswünsche zum Pfarrei-Jubiläum ausrichten. 
Als zweites hat das Ehepaar Grünwald aus unserer Gemeinde seine ganz persönlichen Erinnerungen an die Zeit mit Pfarrer Hofmann zu Papier gebracht. So manche ihrer Anekdoten lädt zum Schmunzeln ein.
Und noch zwei weitere Zeitzeugen aus unserer Gemeinde kommen zu Wort: Frau Stockinger und Herr Ringler. Die Gespräche, die vor allem Hildegard Cramer und Pfarrer Schmolke geführt haben, sind in Form kleiner Videos über die abgedruckten QR-Codes abrufbar. Es sind jeweils kleine Schnipsel von etwa zwei Minuten Länge, die ebenfalls einen hoch lebendigen Eindruck von der damaligen Zeit vermitteln.
Viel Vergnügen wünschen 
Thomas Bäumler, befasst sich als Kirchengemeinderat 
in Herz Jesu mit dem Jubiläum
und Josef Laupheimer, Leitender Pfarrer

Ernst Hofmann, Pfarrer in Herz Jesu 1949 - 1970

Hundert Jahre
Herz-Jesu-Kirche

Am 28. November 2021, dem 1. Advent, feiert die Herz-Jesu-Kirche in Stuttgart-Ost ihren 100. Weihetag.

 

Festgottesdienst, 28.11.2021
11 Uhr 

Am kommenden Sonntag, 28. November, (1. Advent) feiern wir in Herz Jesu um 11.00 Uhr mit einem Festgottesdienst den 100. Weihetag unserer Kirche. Als Hauptzelebrant und Festprediger dürfen wir Domkapitular Dr. Uwe Scharfenecker begrüßen. Der Projektchor singt und für die Kinder gibt es eine Kinderkirche.
Aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Lage kann im Anschluss an den Festgottesdienst in Herz Jesu das geplante Fest der Begegnung in und um die Kirche leider nicht stattfinden. 

Adventliches Abendlob
O komm Emanuel,
28.11.2021   18 Uhr

Herz-Jesu-Kirche
Mit Werken von: J. S. Bach, David Willcocks, Alan Wilson, Thomas Tallis u.a.
Ausführende: Projektchor Herz Jesu, Kirchenchor Christus König
Violine: Franziska Bubeck, Orgel: Simon Fallert, Leitung: Sebastian Neumann

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