Impuls

 

Heilig Geist atmet auf


In jedem Gottesdienst sehen wir, wie das Runde Risse bekommt und zerbricht: Das Brot, die runde Hostie, wird gebrochen. So auch an Gründonnerstag in diesem Jahr in Heilig Geist. „Wir brechen das Brot im Gedenken an den, der kommen wird in Herrlichkeit. Wir teilen uns die Bruchstücke unseres Glaubens mit und finden genug Nahrung darin“ (Bernd Mönkebüscher). Selbst wenn der Altartisch abgeräumt und die Brotschale vollständig geleert zurückbleiben, es wird wieder Mahl gehalten werden. Immer wieder neu beeindruckt die tiefe Symbolik der Kartage, ob in Heilig Geist begangen oder an jedem Ort in der weiten Welt.
Vorausgegangen ist der Palmsonntag mit seiner Einladung in die Nachfolge. Christsein ist eine Wanderschaft, ein Mitgehen mit Jesus Christus. Wenige Tage später nach Tod und Auferweckung wird dies besonders deutlich. Am Ostermontag traf sich die Gesamtkirchengemeinde nach getrenntem Hinweg, um in Sankt Nikolaus erneut dem auferstandenen Christus im gemeinsamen Mahl zu begegnen. Bei aller Eigenständigkeit erfreut uns alle das Miteinander der einzelnen Kirchengemeinden. Das Ganze ist im Teil enthalten. Und so gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder zurück in ihre Gemeinde – wissend und glaubend, der Leib des Herrn wird in Teile gebrochen, aber in jedem Teil ist er voll präsent.
Die Gottesdienste der Kar- und Ostertage waren in Heilig Geist in diesem Jahr gut besucht. Vermutlich auch, weil wir sie mit wenigen Einschränkungen miterleben durften. Auf einen beeindruckenden Karfreitagsgottesdienst folgte eine feierliche Osternacht mit anschließendem Zusammensein um das Osterfeuer und dem Festgottesdienst am Ostermorgen. Schön zu erleben ist die wachsende Zahl an Ministranten und Ministrantinnen, die die Liturgie bereichern.
Auch bei der diesjährigen Erstkommunion wird deutlich, selbst wenn das Brot in noch so kleine Teile zerbrochen wird (in diesem Jahr sind es 47 Erstkommunionkinder), es ist ein Ganzes. Die Kinder sind eingeladen, die Gemeinschaft immer wieder zu suchen und zu leben.
Das weckt die Vorfreude auf mehr für den weiteren Verlauf des Kirchenjahres. So ist nach dem Sonntagsgottesdienst ein monatlicher Kirchenkaffee geplant. Nach erzwungener Coronapause gestaltet der rege AK „Feste und Feiern“ wieder das Gemeindeleben mit: z.B. an unserem Patrozinium am 5. Juni und wir freuen uns schon jetzt auf ein sommerliches Grillfest am 27. Juli, wie es sich im letzten Jahr schon bewährt hat.
Der Katholikentag in Stuttgart macht uns mit seinen interessanten Themen- und Veranstaltungsangeboten (1500) bewusst, dass auch eine kleine Gemeinde wie die unsere, Teil einer großen Gemeinschaft ist, die von ihr getragen wird, ihr aber auch Unterkunft und Raum geben kann.
Es bleibt der Wunsch auf ein gemeinsames Brotbrechen mit unseren evangelischen Nachbargemeinden. Trotz guter und lebendiger Kontakte bei Gottesdienst, Bibelgesprächen und gemeinsamen Unternehmungen, fehlt dieses wesentliche Zeichen der Einheit.
Es ist schön zu erleben, wie wieder neues Leben in unsere Gemeinde einzieht, das wegen der Pandemie nur lückenhaft möglich war.
Herzlichen Dank allen, die dabei mitgewirkt haben und weiterhin mitwirken, besonders Mechthild Carlé, unserer Pastoralreferentin in Heilig Geist.

Bernhard Derek/Leonhard Mundel

Darf es etwas weniger sein?

Dann sagte er zu den Leuten: Gebt acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines Vermögens im Überfluss lebt. – Lk 12,15

Eine Konsumgesellschaft kann unmöglich wissen, wie man für die Welt sorgt … die Konsumeinstellung zerstört alles, was sie berührt. – Hannah Arendt

Der Mensch ist dann reich, wenn es nicht viele Dinge gibt, um die er sich kümmern muss. – H. D.Thoreau

So manches an unseren so lange absolut selbstverständlichen Verbrauchererwartungen ist bei genauem Hinsehen der reine Wahnsinn. Erst eine Krise wie die aktuelle rückt das ins Bewusstsein. - Andreas Geldner, 12/2021

Der Mensch rechnet das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an wie das, was er besitz. – Gottfried Keller

Erst als ich mit Anfang 30 nach Amerika ging, begann ich richtig Geld zu verdienen. Aber war ich deshalb glücklicher als früher, als ich kaum die Miete bezahlen konnte? Nein. - Antonio Banderas

Geld, Besitz oder Aktivität an sich beeinträchtigen die Einfachheit nicht, aber die Liebe zum Geld, die Sehnsucht nach Besitz und der Zwang zur Aktivität tun es sehr wohl … Als aus der mehrtätigen eine mehrwöchige Corona-Quarantäne wurde, schien sich eine wachsende Zahl von Leuten von diesem Zwang zu befreien. Die Fixierung auf Leistung und die unablässige Planung von Aufgaben ließen nach, und wie die an die Sonntagsruhe gewöhnten Menschen der Vergangenheit lernten viele von uns wieder, nicht nur mit weniger zu leben, sondern auch weniger zu tun. Nach einer Weile ließ das beängstigende Gefühl nach, dass die Zeit ein Loch war, das gefüllt werden musste. Sie verlangsamte sich. Und dann geschah ein Wunder: Das Leben selbst wurde länger. – J. B. MacKinnon

Wir sollten uns daran erinnern, Menschen zu lieben und Dinge zu benutzen, anstatt Dinge zu lieben und Menschen zu benutzen.  - Fulton Sheen, Erzbischof

Eine Weile nichts tun, nur absichtslos da sein, heißt wach werden für die Sättigung Gottes. – Johannes vom Kreuz

Wer zwei Gewänder hat, der gebe eins davon dem, der keines hat und wer zu essen hat, der handle ebenso. – Lk 3,10

Die Seligpreisung des Armen ist das Gericht über die Reichen und der Ruf zur Umkehr, also Gericht im Sinne der Richtigstellung. – Franz Kamphaus

 

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