Die Tafelkisten der Kitas oder wie aus Kleinem Großes wird
Erinnern Sie sich an das Gleichnis vom Sämann (Matthäus-Evangelium, Kapitel 13, Verse 1 bis 9)? Darin erzählt Jesus von einem Bauern, der Körner aussät:
Einige fallen auf einen Weg und werden von Vögeln aufgepickt.
Die nächsten fallen auf Felsen und verdorren.
Andere werden von Dornen erstickt.
Ein weiterer Teil der Körner fällt aber auf guten, fruchtbaren Boden und bringt reiche Ernte.
Diese Erzählung transportiert die Botschaft Jesu in den Erntedankgottesdienst aller, die den katholischen Kitas im Stuttgarter Osten angehören.
Warum die Wahl auf diese Bibelgeschichte fiel?
Vor zwei Jahren saßen die Leitungen der Kindertagesstätten zusammen und überlegten, woran erkannt werden kann, dass eine Kita katholisch ist. Besonders hervor hoben sie dabei die Haltungen, die das Christentum charakterisieren. Der Gedanke an Nächstenliebe und Nachhaltigkeit führte zu der Idee, in den Kitas zu sammeln, was in Familien übrig ist und dies anderen weiter zu geben, denen dies fehlt (beispielsweise Babynahrung). Als sichtbares Zeichen für die Aktion bastelten die Kitas für den Erntedankgottesdienst 2025 schöne Kisten, die mit allem befüllt wurden, was die Familien mitbrachten und damit den Erntedankaltar in Heilig Geist bereicherten. Die leeren Kisten nahmen die Kitas wieder mit, um auch über den Gottesdienst hinaus an diese Aktion anzuknüpfen. Ein bisschen vergleichbar wie im Gleichnis war noch offen, was aus der Idee werden würde. Und trotz allem Dauerstress, mit dem der Kita-Alltag reich gefüllt ist, wuchsen aus der Ursprungsidee kleine Aktionen. Davon erzählen die Kitas im Erntedankgottesdienst 2026.
Dort hören die Anwesenden, dass die Ideen wie einige der Samenkörner weiter gewachsen waren. Doch wie im Gleichnis müssen dafür die Bedingungen stimmen:
Es braucht Menschen, die an der Idee weiterdenken und sich aktiv für die Umsetzung einbringen.
Es braucht genügend Zeit, aber auch den richtigen Zeitpunkt.
Und nicht zuletzt braucht es neben dem Glaube an das Gelingen der Idee die Kraft Gottes, die alles zum Gedeihen bringen kann.
Fest verbunden damit ist die Hoffnung, dass diese Kraft weiterwirkt. Und bewirkt, dass in den Kitas weiterhin aus kleinen guten Ideen Großes wächst. Oder dass die frisch renovierte Junge Kirche Sankt Nikolaus mit lebendigen Aktionen gefüllt wird. Aber auch im ganz Kleinen warten immer wieder Samen darauf, auf fruchtbaren Boden zu fallen. Das beginnt ganz direkt bei jedem Menschen, auch bei Ihnen. Stellen Sie sich doch selbst einmal die Frage, ob um Sie herum Ideen darauf warten umgesetzt zu werden? Ob etwas im Kleinen begonnen werden kann, damit daraus Großes wird?
Mareike Gall
Kindergartenbeauftragte Pastoral für die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost