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Heilig Geist

Heilig Geist: mittendrin

Etwas versteckt, aber mit der Stadtbahn gut erreichbar, liegt die Kirche Heilig Geist. Das vielseitig nutzbare Gemeindehaus mit vielen Räumen und Kegelbahn ist im Jahr 1974 errichtet worden. Es beherbergt derzeit unter anderem die Kindertagesstätte Herz Jesu. Das ökumenische Miteinander mit der evangelischen Nachbargemeinde wird in Heilig Geist groß geschrieben. So findet z.B. im Wechsel mit der evangelischen Lukasgemeinde jeden Monat die Familienkirchenzeit statt.

Pfarramt Heilig Geist

Frau Logaridi
(im Pfarrhaus Herz Jesu:) Schurwaldstraße 3, 70186 Stuttgart

Tel.: 0711 98 69 28 21
Fax: 0711 98 69 28 29
E-Mail: HEILIGGEIST.STUTTGART-OST@DRS.DE

Öffnungszeiten: 
Montag bis Freitag 10 Uhr bis 12 Uhr,
Mittwoch 14 Uhr bis 17 Uhr.

Pfarrbüro Heilig Geist

Frau Staiger
(im Gemeindezentrum Heilig Geist:) Boslerstraße 1, 70188 Stuttgart

Tel.: 0711 98 69 28 40

Öffnungszeiten: Donnerstag 9 Uhr bis 12 Uhr.

Heilig Geist atmet auf

In jedem Gottesdienst sehen wir, wie das Runde Risse bekommt und zerbricht: Das Brot, die runde Hostie, wird gebrochen. So auch an Gründonnerstag in diesem Jahr in Heilig Geist. „Wir brechen das Brot im Gedenken an den, der kommen wird in Herrlichkeit. Wir teilen uns die Bruchstücke unseres Glaubens mit und finden genug Nahrung darin“ (Bernd Mönkebüscher). Selbst wenn der Altartisch abgeräumt und die Brotschale vollständig geleert zurückbleiben, es wird wieder Mahl gehalten werden. Immer wieder neu beeindruckt die tiefe Symbolik der Kartage, ob in Heilig Geist begangen oder an jedem Ort in der weiten Welt.
Vorausgegangen ist der Palmsonntag mit seiner Einladung in die Nachfolge. Christsein ist eine Wanderschaft, ein Mitgehen mit Jesus Christus. Wenige Tage später nach Tod und Auferweckung wird dies besonders deutlich. Am Ostermontag traf sich die Gesamtkirchengemeinde nach getrenntem Hinweg, um in Sankt Nikolaus erneut dem auferstandenen Christus im gemeinsamen Mahl zu begegnen. Bei aller Eigenständigkeit erfreut uns alle das Miteinander der einzelnen Kirchengemeinden. Das Ganze ist im Teil enthalten. Und so gehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder zurück in ihre Gemeinde – wissend und glaubend, der Leib des Herrn wird in Teile gebrochen, aber in jedem Teil ist er voll präsent.
Die Gottesdienste der Kar- und Ostertage waren in Heilig Geist in diesem Jahr gut besucht. Vermutlich auch, weil wir sie mit wenigen Einschränkungen miterleben durften. Auf einen beeindruckenden Karfreitagsgottesdienst folgte eine feierliche Osternacht mit anschließendem Zusammensein um das Osterfeuer und dem Festgottesdienst am Ostermorgen. Schön zu erleben ist die wachsende Zahl an Ministranten und Ministrantinnen, die die Liturgie bereichern.
Auch bei der diesjährigen Erstkommunion wird deutlich, selbst wenn das Brot in noch so kleine Teile zerbrochen wird (in diesem Jahr sind es 47 Erstkommunionkinder), es ist ein Ganzes. Die Kinder sind eingeladen, die Gemeinschaft immer wieder zu suchen und zu leben.
Das weckt die Vorfreude auf mehr für den weiteren Verlauf des Kirchenjahres. So ist nach dem Sonntagsgottesdienst ein monatlicher Kirchenkaffee geplant. Nach erzwungener Coronapause gestaltet der rege AK „Feste und Feiern“ wieder das Gemeindeleben mit: z.B. an unserem Patrozinium am 5. Juni und wir freuen uns schon jetzt auf ein sommerliches Grillfest am 27. Juli, wie es sich im letzten Jahr schon bewährt hat.
Der Katholikentag in Stuttgart macht uns mit seinen interessanten Themen- und Veranstaltungsangeboten (1500) bewusst, dass auch eine kleine Gemeinde wie die unsere, Teil einer großen Gemeinschaft ist, die von ihr getragen wird, ihr aber auch Unterkunft und Raum geben kann.
Es bleibt der Wunsch auf ein gemeinsames Brotbrechen mit unseren evangelischen Nachbargemeinden. Trotz guter und lebendiger Kontakte bei Gottesdienst, Bibelgesprächen und gemeinsamen Unternehmungen, fehlt dieses wesentliche Zeichen der Einheit.
Es ist schön zu erleben, wie wieder neues Leben in unsere Gemeinde einzieht, das wegen der Pandemie nur lückenhaft möglich war.
Herzlichen Dank allen, die dabei mitgewirkt haben und weiterhin mitwirken, besonders Mechthild Carlé, unserer Pastoralreferentin in Heilig Geist.
Bernhard Derek/Leonhard Mundel

Kar- und Ostertage in Heilig Geist

Palmsonntag

Gründonnerstag

Kinderkreuzweg

Fotos: L.Carlé/B.Derek

Osternacht

 

Ostersonntag

Segnung der Osterkörbe

Familienkirchenzeit

Familien aus dem Stuttgarter Osten treffen sich konfessionsübergreifend abwechselnd einmal monatlich in der evangelischen Lukaskirche oder in der katholischen Heilig-Geist-Kirche. Immer auf dem Programm stehen Gottesdienst und Begegnung.

Ökumenischer Gottesdienst mit Kinderkirche, weiteres Programm je nach Coronalage

Ob das angedachte Familienwochenende vom 1. bis 3. April stattfinden kann, hängt von der aktuellen Corona-Situation ab. Interessenten an einer solchen Aktion bitte unbedingt bei Mechthild Carlé melden!

Weitere Detailinformationen und Termin-
erinnerungen erhalten Sie via E-Mail. Lassen Sie sich hierfür in den Verteiler eintragen (Mechthild.Carle@drs.de).

GEPA-Waren

GEPA-Waren-Verkauf
Sonntag, 5. Juni und am 10. Juli in Heilig Geist
Einmal monatlich nach den Gottesdiensten werden fair gehandelte Waren zu Gunsten des Partnerprojektes in Südafrika verkauft.

Aktuelles aus Heilig Geist

Heilig Geist - Geschichte und Architektur

Wer auf dem Weg zur Heilig-Geist-Kirche im Stuttgarter Osten sich an einem Kirchturm orientieren möchte, wird sich schwertun. Es gibt keine herausragende Turmspitze. Unvermittelt steht man in der Boslerstraße vor dem Gebäude. Erst auf den zweiten Blick entpuppt sich das etwas bunkerartig anmutende Gebäude als Heilig-Geist-Gemeindezentrum. Es handelt sich um brutalistische Architektur, ein Stil, der in den 1950er bis 1970er Jahren weltweit verwendet wurde. Der Begriff Brutalismus bezieht sich auf »béton brut«, den französischen Ausdruck für Sichtbeton. Brutalistische Architektur zeigt das Rohe, die nackte Konstruktion. 
Die oft spektakulären Bauten entstanden in einer Zeit der Experimente und des gesellschaftlichen Aufbruchs. Die Hl-Geist-Gemeinde zeigte nachkonziliaren Mut und Experimentierfreude und beauftragte den Dipl.-Ing. Rainer L. Neusch mit der Planung des Zentrums. Der Sichtbetonbau wurde 1974–1976 als Gemeindezentrum mit integrierter Kirche gebaut. Lassen Sie sich durch das expressionistische Äußere nicht erschrecken. Treten Sie ein. Der Schriftzug auf der Eingangstür „Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu“ zeigt den Weg.

Kirche ereignet sich dort, „wo sich eine Gemeinde versammelt, um auf das Wort Gottes zu hören, das Herrenmahl zu feiern und sich im verantwortungsvollen Dienst— als Gemeinde des Herrn — an den Menschen engagiert."  Im Gemeindezentrum Heilig Geist wurden diese Gedanken des Tübinger Theologen Greinacher konsequent verwirklicht. Es entstanden: Räume für die Feier der Liturgie; Räume, die sowohl auf die Feier der Liturgie, als auch auf die Verwirklichung der Diakonie hingeordnet sind. Räume für den diakonischen Dienst der Gemeinde, Wohnungen und Pfarrbüro.
Vor allem mit der variablen Nutzung, die bei den Räumen im Gemeindebereich möglich geworden ist, dürfte ein Optimum an Raumausnützung erreicht worden sein und das, ohne dass der Ablauf der gottesdienstlichen Feier gestört wird. Bekanntlich sind große Gemeindesäle für den Träger eine große Last. Da zumindest immer der Großteil eines Saales für Veranstaltungen zur Verfügung steht, ist die Nutzung intensiver, als wenn eine Kirche gebaut würde, die allen Anforderungen entspricht.
Festschrift: Einweihung des Gemeindezentrums Heilig Geist Stuttgart Ost, 28. März 1976
Zitat: (N. Greinacher: „Strukturwandel der Kirche heute und morgen", in „Kirchen für die Zukunft bauen").

Der
 

„Nicht alle Jugend betet, welche zur Kirche geht, das hat uns an einem der Sonntage die HJ (Hitlerjugend) gezeigt. Sie zog etwa 100 Mann stark vor unsere Heilig-Geist-Kirche. Die Kirchenbesucher, die zum Hochamt kamen, wurden dadurch belästigt, daß ihnen die „Reichssturmfahne", das Organ der HJ in aufdringlicher Weise feilgeboten wurde. … Auch den Aushängekasten vor der Kirche beanstandeten sie. Eines der Pfarrkinder verständigte die Polizei, die dafür sorgte, daß der Kirchplatz frei wurde. Nachdem die HJ noch eine Zeit lang um den Kirchplatz Aufstellung genommen hatte, zog sie wieder ab, so daß das Hochamt ohne jede Störung gehalten werden konnte".  So ist in der Chronik von Hl. Geist 1935 zu lesen. 
Zu diesem Zeitpunkt stand die Heilig-Geist-Kirche, im September 1930 benediziert, bereits fünf Jahre.
Anfang der 20er-Jahre hatte sich im Norden der Herz Jesu-Pfarrei Stuttgart, im sogenannten Raitelsberg, ein neues Stadtviertel gebildet, mit etwa 1 500 Katholiken. Der größere Teil der Einwohner bestand aus Arbeitern, Straßenbahnern, Handwerkern und einem kleinen Prozentsatz städtischer Angestellter und einiger Bankbeamter. In einer Folge von Jahren war die Zahl der Kirchenaustritte in diesem Teil, von der Herz-Jesu-Pfarrei aus schwierig zu betreuen, angestiegen. So bemühte sich Stadtpfarrer Ströbele, eine neue Pfarrei zu gründen. Erster Pfarrer wurde Josef Sprenger. Im Lauf der Jahre entstand eine lebendige und engagierte Gemeinde. Auch in der Zeit von 1933 bis 1945 konnten die nationalsozialistischen Machthaber das Gemeindeleben nicht ersticken. Im Oktober 1944 vernichtete ein Fliegerangriff die Heilig-Geist-Kirche bis auf die Grundmauern, „was zuvor unter großen finanziellen Opfern aufgebaut wurde war nun ein Trümmerhaufen“ (Chronik).
Erneut beginnt Stadtpfarrer Sprenger einen Kirchenbau. Für die Sonntagsgottesdienste stellt die evangelische Lutherhausgemeinde bis zur Fertigstellung einen Kirchensaal zur Verfügung. Schon früh kommt es so zwischen beiden Gemeinden zu einem geschwisterlichen Austausch, der bis heute anhält. Im Oktober 1947 wird die Kirche konsekriert, gefolgt vom Einbau eines Kindergartens. Die schweren Jahre der Gründung, des Krieges und des Wiederaufbaus sind jetzt vorbei. Es entwickelt sich ein reges Gemeindeleben. Eine Primiz ist keine Seltenheit.
Ende der 60erJahre ist die Pfarrei um einige Straßenzüge, die zur Gemeinde Herz-Jesu gehörten, größer geworden. Es sind jetzt etwa 3 600 Katholiken. Bald setzt eine Abwanderungsbewegung von Teilen der Stadtbevölkerung aus Stuttgart ein. Sie macht sich auch in Heilig-Geist bemerkbar. Anfang 1976 zählte die Pfarrei ca. 2 900 Katholiken, darunter 22 % Mitbürger mit Migrationshintergrund. Die Gemeinde stellt sich mutig der neuen Situation und folgt dem Auftrag des 2. Vatikanischen Konzils. 45 Jahre nach dem ersten Kirchenbau, nimmt eine der kleinsten Kirchengemeinden in Stuttgart zum 3. Mal die Last des Kirchenbaus erneut auf sich. „Zwei Brennpunkte mußten beim neuen Gemeindezentrum klar in Erscheinung kommen: Liturgie (im weitesten Sinne des Wortes) und Diakonie verstanden im Sinn der Pastoralkonstitution, ´Die Kirche in der Welt von heute´. Dabei war zu beachten, daß die beiden Brennpunkte nicht als voneinander getrennte Größen auftraten“, so die Festschrift 1976. Im März 1976 weiht Bischof Moser die neue Kirche, eingebettet in ein Gemeindezentrum, ein. Es bewährt sich in den Folgejahren das angestrebte Konzept Pastoral und Liturgie unter einem Dach zu vereinigen. Viele Jahre betreuen Pfr. Wolfgang Schmitt und die Familie Walter engagiert die Gemeinde, unterstützt von rührigen Kirchengemeinderäten und Sachausschüssen. Sie wurden abgelöst von Pfr. Hans-Georg Schmolke, heute Pfr. Josef Laupheimer und Pastoralreferentin Mechtild Carlé.   
nach: Alfons Thanner, Einweihung des Gemeindezentrums Heilig Geist Stuttgart Ost, 28. März 1976
Der

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