Heilig Geist

                                                                                                                           Foto: Ohlhäuser-Krippe, Heilig Geist

Heilig Geist: mittendrin

Etwas versteckt, aber mit der Stadtbahn gut erreichbar, liegt die Kirche Heilig Geist. Das vielseitig nutzbare Gemeindehaus mit vielen Räumen und Kegelbahn ist im Jahr 1974 errichtet worden. Es beherbergt derzeit unter anderem die Kindertagesstätte Herz Jesu. Das ökumenische Miteinander mit der evangelischen Nachbargemeinde wird in Heilig Geist groß geschrieben. So findet z.B. im Wechsel mit der evangelischen Lukasgemeinde jeden Monat die Familienkirchenzeit statt.

Pfarramt Heilig Geist

Frau Logaridi
(im Pfarrhaus Herz Jesu:) Schurwaldstraße 3, 70186 Stuttgart

Tel.: 0711 98 69 28 21
Fax: 0711 98 69 28 29
E-Mail: HEILIGGEIST.STUTTGART-OST@DRS.DE

Öffnungszeiten: 
Montag bis Freitag 10 Uhr bis 12 Uhr,
Mittwoch 14 Uhr bis 17 Uhr.

Pfarrbüro Heilig Geist

Frau Staiger
(im Gemeindezentrum Heilig Geist:) Boslerstraße 1, 70188 Stuttgart

Tel.: 0711 98 69 28 40

Öffnungszeiten: Donnerstag 9 Uhr bis 12 Uhr.

Familienkirchenzeit

Familien aus dem Stuttgarter Osten treffen sich konfessionsübergreifend abwechselnd einmal monatlich in der evangelischen Lukaskirche oder in der katholischen Heilig-Geist-Kirche. Immer auf dem Programm stehen Gottesdienst und Begegnung.

Die nächsten Treffen:
Sonntag, 23. Januar um 14.01 Uhr, Abfahrt U4 Leo-Vetter-Bad
Winterwanderung am Rotenberg, vielleicht ja mit Schlitten –
hoffentlich klappt es dieses Jahr!

GEPA-Waren

Einmal im Monat nach dem 9.30 Uhr-Sonntagsgottesdienst: Fair gehandelte Waren zu Gunsten des Partnerprojektes in Südafrika.

Sonntag, 12. Dezember und am 23. Januar

Aktuelles aus Heilig Geist

Heilig Geist - Geschichte und Architektur

Wer auf dem Weg zur Heilig-Geist-Kirche im Stuttgarter Osten sich an einem Kirchturm orientieren möchte, wird sich schwertun. Es gibt keine herausragende Turmspitze. Unvermittelt steht man in der Boslerstraße vor dem Gebäude. Erst auf den zweiten Blick entpuppt sich das etwas bunkerartig anmutende Gebäude als Heilig-Geist-Gemeindezentrum. Es handelt sich um brutalistische Architektur, ein Stil, der in den 1950er bis 1970er Jahren weltweit verwendet wurde. Der Begriff Brutalismus bezieht sich auf »béton brut«, den französischen Ausdruck für Sichtbeton. Brutalistische Architektur zeigt das Rohe, die nackte Konstruktion. 
Die oft spektakulären Bauten entstanden in einer Zeit der Experimente und des gesellschaftlichen Aufbruchs. Die Hl-Geist-Gemeinde zeigte nachkonziliaren Mut und Experimentierfreude und beauftragte den Dipl.-Ing. Rainer L. Neusch mit der Planung des Zentrums. Der Sichtbetonbau wurde 1974–1976 als Gemeindezentrum mit integrierter Kirche gebaut. Lassen Sie sich durch das expressionistische Äußere nicht erschrecken. Treten Sie ein. Der Schriftzug auf der Eingangstür „Sende aus deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu“ zeigt den Weg.

Kirche ereignet sich dort, „wo sich eine Gemeinde versammelt, um auf das Wort Gottes zu hören, das Herrenmahl zu feiern und sich im verantwortungsvollen Dienst— als Gemeinde des Herrn — an den Menschen engagiert."  Im Gemeindezentrum Heilig Geist wurden diese Gedanken des Tübinger Theologen Greinacher konsequent verwirklicht. Es entstanden: Räume für die Feier der Liturgie; Räume, die sowohl auf die Feier der Liturgie, als auch auf die Verwirklichung der Diakonie hingeordnet sind. Räume für den diakonischen Dienst der Gemeinde, Wohnungen und Pfarrbüro.
Vor allem mit der variablen Nutzung, die bei den Räumen im Gemeindebereich möglich geworden ist, dürfte ein Optimum an Raumausnützung erreicht worden sein und das, ohne dass der Ablauf der gottesdienstlichen Feier gestört wird. Bekanntlich sind große Gemeindesäle für den Träger eine große Last. Da zumindest immer der Großteil eines Saales für Veranstaltungen zur Verfügung steht, ist die Nutzung intensiver, als wenn eine Kirche gebaut würde, die allen Anforderungen entspricht.
Festschrift: Einweihung des Gemeindezentrums Heilig Geist Stuttgart Ost, 28. März 1976
Zitat: (N. Greinacher: „Strukturwandel der Kirche heute und morgen", in „Kirchen für die Zukunft bauen").

Der
 

„Nicht alle Jugend betet, welche zur Kirche geht, das hat uns an einem der Sonntage die HJ (Hitlerjugend) gezeigt. Sie zog etwa 100 Mann stark vor unsere Heilig-Geist-Kirche. Die Kirchenbesucher, die zum Hochamt kamen, wurden dadurch belästigt, daß ihnen die „Reichssturmfahne", das Organ der HJ in aufdringlicher Weise feilgeboten wurde. … Auch den Aushängekasten vor der Kirche beanstandeten sie. Eines der Pfarrkinder verständigte die Polizei, die dafür sorgte, daß der Kirchplatz frei wurde. Nachdem die HJ noch eine Zeit lang um den Kirchplatz Aufstellung genommen hatte, zog sie wieder ab, so daß das Hochamt ohne jede Störung gehalten werden konnte".  So ist in der Chronik von Hl. Geist 1935 zu lesen. 
Zu diesem Zeitpunkt stand die Heilig-Geist-Kirche, im September 1930 benediziert, bereits fünf Jahre.
Anfang der 20er-Jahre hatte sich im Norden der Herz Jesu-Pfarrei Stuttgart, im sogenannten Raitelsberg, ein neues Stadtviertel gebildet, mit etwa 1 500 Katholiken. Der größere Teil der Einwohner bestand aus Arbeitern, Straßenbahnern, Handwerkern und einem kleinen Prozentsatz städtischer Angestellter und einiger Bankbeamter. In einer Folge von Jahren war die Zahl der Kirchenaustritte in diesem Teil, von der Herz-Jesu-Pfarrei aus schwierig zu betreuen, angestiegen. So bemühte sich Stadtpfarrer Ströbele, eine neue Pfarrei zu gründen. Erster Pfarrer wurde Josef Sprenger. Im Lauf der Jahre entstand eine lebendige und engagierte Gemeinde. Auch in der Zeit von 1933 bis 1945 konnten die nationalsozialistischen Machthaber das Gemeindeleben nicht ersticken. Im Oktober 1944 vernichtete ein Fliegerangriff die Heilig-Geist-Kirche bis auf die Grundmauern, „was zuvor unter großen finanziellen Opfern aufgebaut wurde war nun ein Trümmerhaufen“ (Chronik).
Erneut beginnt Stadtpfarrer Sprenger einen Kirchenbau. Für die Sonntagsgottesdienste stellt die evangelische Lutherhausgemeinde bis zur Fertigstellung einen Kirchensaal zur Verfügung. Schon früh kommt es so zwischen beiden Gemeinden zu einem geschwisterlichen Austausch, der bis heute anhält. Im Oktober 1947 wird die Kirche konsekriert, gefolgt vom Einbau eines Kindergartens. Die schweren Jahre der Gründung, des Krieges und des Wiederaufbaus sind jetzt vorbei. Es entwickelt sich ein reges Gemeindeleben. Eine Primiz ist keine Seltenheit.
Ende der 60erJahre ist die Pfarrei um einige Straßenzüge, die zur Gemeinde Herz-Jesu gehörten, größer geworden. Es sind jetzt etwa 3 600 Katholiken. Bald setzt eine Abwanderungsbewegung von Teilen der Stadtbevölkerung aus Stuttgart ein. Sie macht sich auch in Heilig-Geist bemerkbar. Anfang 1976 zählte die Pfarrei ca. 2 900 Katholiken, darunter 22 % Mitbürger mit Migrationshintergrund. Die Gemeinde stellt sich mutig der neuen Situation und folgt dem Auftrag des 2. Vatikanischen Konzils. 45 Jahre nach dem ersten Kirchenbau, nimmt eine der kleinsten Kirchengemeinden in Stuttgart zum 3. Mal die Last des Kirchenbaus erneut auf sich. „Zwei Brennpunkte mußten beim neuen Gemeindezentrum klar in Erscheinung kommen: Liturgie (im weitesten Sinne des Wortes) und Diakonie verstanden im Sinn der Pastoralkonstitution, ´Die Kirche in der Welt von heute´. Dabei war zu beachten, daß die beiden Brennpunkte nicht als voneinander getrennte Größen auftraten“, so die Festschrift 1976. Im März 1976 weiht Bischof Moser die neue Kirche, eingebettet in ein Gemeindezentrum, ein. Es bewährt sich in den Folgejahren das angestrebte Konzept Pastoral und Liturgie unter einem Dach zu vereinigen. Viele Jahre betreuen Pfr. Wolfgang Schmitt und die Familie Walter engagiert die Gemeinde, unterstützt von rührigen Kirchengemeinderäten und Sachausschüssen. Sie wurden abgelöst von Pfr. Hans-Georg Schmolke, heute Pfr. Josef Laupheimer und Pastoralreferentin Mechtild Carlé.   
nach: Alfons Thanner, Einweihung des Gemeindezentrums Heilig Geist Stuttgart Ost, 28. März 1976
Der

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