Gesamtkirchengemeinde

Von Schöpfungsverantwortung, Heizungsthermostaten und Energieverbrauch

Im Rahmen einer Sitzung des Geschäftsführenden Ausschusses der Gesamtkirchengemeinde-Ost trafen die Räte den Umwelt- und Energiebeauftragten des Stadtdekanats Christian Hager | 15.11.2022

 

 

Umwelt- und Energiebeauftragter des Stadtdekanats Christian Hager

Der neue Einbau von fossilen Heizungen ist für Christian Hager ein Tabu. In den Einrichtungen und Gemeinden müsse nach und nach auf erneuerbare Energie, wie Wärmepumpen und Solaranlagen umgestellt werden.
Seit September kümmert sich Hager um Energie- und Umweltfragen im Stadtdekanat Stuttgart. Das Stadtdekanat hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 klimaneutral zu werden. Keine Frage, ein ehrgeiziges Ziel. Aber es gibt gute Gründe, sofort anzupacken. Klimaschutz und neuerdings rasant gestiegene Energiekosten überzeugen hoffentlich den letzten Zweifler, dass etwas getan werden muss.
Im Rahmen einer GA-Sitzung der Gesamtkirchengemeinde-Ost suchten die Räte das Gespräch mit Christian Hager. Ein Master in Interdisziplinärer Umweltwissenschaft macht ihn im Dekanat zum gesuchten Gesprächspartner.
Hager ist Realist, das Umsteuern wird nicht von heute auf morgen möglich sein. Aber bekanntlich beginnt auch der längste Weg mit dem ersten Schritt. Besser gesagt, mit dem Gang in den Heizungskeller und der kritischen Prüfung der Anlage. Gewinnung von Heizenergie ist ein Hauptposten in der Energie-Bilanz, vor Elektrizität. Es geht zunächst darum, einen Überblick, möglichst monatlich, über den gesamten Energieverbrauch zu gewinnen.
Gemeinsam mit Hager sammelten die Räte Ideen für weniger Energieverbrauch. Die Anwesenden waren sich einig, dass es zunächst nicht die ganz großen Schritte sein können. Bereits achtsamer Umgang mit dem Heizungsthermostat, sinnvolles Lüften oder der Umstieg auf sparsame Wasserdüsen helfen weiter.
Mittel- und langfristig müssen folgen: Nachhaltige Baukonzepte; die Verringerung unseres Energieverbrauchs und der zunehmende Einsatz regenerativer Energien; die Beschaffung ökologisch nachhaltiger, fair gehandelter und möglichst regionaler Waren und Dienstleistungen; Reduktion der anfallenden Abfallmengen; die Nutzung emissionsfreier oder –armer Verkehrsmittel; Sorge für biologische Vielfalt; Verringerung bzw. Vermeidung des Ausstoßes von Treibhausgasen und sonstigen Schadstoffen und vieles mehr (siehe Leitlinien und Ziele zur „Bewahrung der Schöpfung“ im Katholischen Stadtdekanat Stuttgart).
Dabei ist eine „Schöpfungsspiritualität“ zielführend, die die Schöpfungsverantwortung in allen Bereichen pastoraler Arbeit verankert und sowohl ökologische als auch soziale Folgen von Entscheidungen berücksichtigt.
Die Kirchengemeinderäte im Stuttgarter Osten nehmen das Thema sehr ernst. Erste Schritte sind getan (siehe Klimaschutzprojekt beim Umbau des Gemeindezentrums mit Kinderhaus in Herz Jesu). Petra Wolpert, Ansprechpartnerin für alle Fragen zwischen den Kirchengemeinden und Verwaltungszentrum, sicherte ihre Unterstützung zu. Staat und Diözese stellen Fördergelder bereit.
Nach einer munteren Diskussion, die die gefühlten und tatsächlichen 19 Grad im Philipp-Jeningen-Saal in Herz Jesu vergessen ließen, dankte Dr. Homoth-Kuhs Christian Hager für seine kompetenten Ermutigungen und die Bereitschaft auch weiterhin mit Rat und Tat präsent zu sein.
(Der)

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