Pfarrer Tibor Merlás

Neuer Pfarrer der ungarischsprachigen Gemeinde Szent Géllert

Das Neuplanen ...

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ (Römer 8,28)

„Manchmal passiert es im Leben nicht so wie du dir es vorstellt, sondern so wie es sein soll.“ (W. Bruce Cameron)

Im Grunde genommen gilt das Gleiche, wie in den obigen beiden Zitaten: das erste betrachtet die Geschehnisse des Lebens durch die Brille des Glaubens, während im zweiten die Annahme hervorgehoben wird.
Ich durfte meinen Seelsorgedienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart am 1. September 2015 antreten. Mit 55 Jahren bin ich hier angekommen, nach 29 Jahren Erfahrung an Seelsorge als Priester in der Diözese Sathmar. Die Zeit in der Heimat kann ich als sehr erfahrungsreich und äußerst fruchtbar bezeichnen! Ich gebe zu, die Wurzeln bleiben uns immer wichtig! Ich bin im nordwestlichen Teil Rumäniens geboren. Mein Vater war ungarischer Herkunft, meine Mutter hatte schwäbische Abstammung. Das Schicksal beider Minderheiten aus dem Land hat mein Leben in einem sozialistisch-kommunistischen Land geprägt, sowohl ethnisch als auch auf der Ebene der Religion. Und wahrscheinlich genau diesen Tatsachen kann ich dankbar sein, dass ich großartige Überlebenstechniken von meinen Vorbildern erlernt habe. Diese hatten mir immer die Richtlinien angedeutet. Schon früh durfte ich die aufrechterhaltende Kraft der Gemeinschaft feststellen. Für mich bedeutete diese die örtliche Kirchengemeinde, mit ihren großartigen Seelsorgern.
Dank meines Vaters, der Automechaniker und Kraftfahrer war, fand ich die Welt der Technik von Kind an immer als attraktiv. Danach offenbarte sich für mich auch eine andere Welt, dank meiner Seelsorger. Ich wollte denjenigen Glauben vertreten, den ich schon zu Hause als Kind im elterlichen Haus kennengelernt hatte. Vor allem durch meine Mutter, die mich als Lehrerin damals nicht in die Kirche begleiten durfte. Als ich mich für das Theologie-Studium angemeldet habe, wurde sie kurz danach in die Rente „entlassen“.
1986 wurde ich zum Priester geweiht. Ein Jahr später wurde mir vorgeschlagen, nach Rom, in die ewige Stadt zum Folgestudium versandt zu werden. Der Preis dafür hätten regelmäßig heimlich versandte Spitzelberichte sein sollen. Ich wollte dies nicht tun, worauf ich auch heute noch sehr stolz bin.
1990 ergaben sich für mich neue Möglichkeiten. Erst zum damaligen Zeitpunkt verstand ich die Misserfolge der vorherigen Ära. Wir fingen an, eine neue Welt aufzubauen und währenddessen war ich Hilfsseelsorger, Religionslehrer, Schul- und Jugendseelsorger, bischöflicher Sekretär, Wirtschaftsdirektor des Ordinariats, 15 Jahre lang Pfarrer in der dynamischsten Kirchengemeinde der Diözese und darüber hinaus über 7 Jahre auch Landespräses der Kolpingfamilie in Rumänien.
Unsere ungarische Stuttgarter Katholische Kirchengemeinde wurde am 13. Mai 1947 durch den Diener Gottes, Dr. Johann Baptist Sproll, Rottenburger Bischof ins Leben gerufen. Zurzeit zählt sie rund 12.000 Gläubige aus allen historischen Gebieten des ehemaligen Ungarns.
Wir sind darum bemüht, an allen jeweiligen 15 Gemeinden, in denen Gottesdienste zelebriert werden, Lichtfakel für die Suchenden zu sein, Heimatlosen ein Heim zu schaffen und für unsere Gläubigern als Kraftquelle da zu stehen.
Pfarrer Emmerich Tempfli und ich waren gemeinsam als Teil des Lebens unserer Gläubigen präsent, gerade im Spektrum der obigen Aufgaben.
Mein herzlicher Dank gilt der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die mir Vertrauen schenkt und mich endgültig aufnahm, gerade zu dem Zeitpunkt, als ich mich mit meinen Schwächen beschäftigen musste.
Pfarrer Emmerich zog sich am 1. August 2020 krankheitsbedingt in die Rente zurück. Anfangs sah es so aus, dass wir Stärkung durch einen weiteren ungarischen Priester erhalten werden. Leider ist dies momentan noch nicht möglich, das bleibt zurzeit ein offener Wunsch.
In der aktuellen Lage möchte ich mich vom Herzen ganz einfach revanchieren, um dasjenige Sorgentragen und das Kümmern um mich, die ich in den letzten fünf Jahren von der Diözese, dem Ordinariat und den freundlichen Gemeindemitgliedern wahrnehmen durfte. Meine Berufung erfüllt mich mit Freude und Glück und gleichzeitig vertraue ich darauf, dass mich derjenige der mich zu seinem Diener einberufen hat, mit all meinen Schwächen annimmt.
Die Eucharistie ist der Mittelpunkt und der Gipfel des kirchlichen Lebens. Ich halte es für meine Missionsaufgabe, dass ich in diesem Sinne Sonntag für Sonntag die Eucharistie mit Euch gemeinsam feiern darf.

Tibor Merlás

 

Herzlich willkommen Pfarrer Merlás bei uns im Stuttgarter Osten!

Lieber Pfarrer Merlás, lieber Tibor,

im Namen des Gesamtkirchengemeinderates, des Pastoralteams und aller Kolleginnen und Kollegen heiße ich Dich als neuen Pfarrer der Ungarischen Katholischen Gemeinde bei uns in der Seelsorgeeinheit ganz herzlich willkommen. Wir sind froh, dass nach der Verabschiedung von Pfarrer Dr. Emmerich Tempfli im Juli die Pfarrstelle zeitnah wiederbesetzt wurde und Du ab 1. September der neue Pfarrer bist. Wir freuen uns auf eine gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit

Dir und wünschen Gottes Segen für Dein Wirken!

Josef Laupheimer, Leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost

 

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