100 Jahre Herz Jesu

Jubiläumsjahr

Am 28. November 2021, dem 1. Advent, feierte die Herz-Jesu-Kirche in Stuttgart-Ost ihren 100. Weihetag. Als Hauptzelebrant und Festprediger durften wir Domkapitular Dr. Uwe Scharfenecker begrüßen. Der Projektchor sang und für die Kinder gab es eine Kinderkirche.
Die Kirche wurde am 27. November 1921 vom damaligen Rottenburger Bischof Paul Wilhelm von Keppler feierlich eingeweiht. Sie thront – im italienischen Stil erbaut – über dem Klingenbachtal. „Der langgestreckte hohe Kirchenraum mit seinen Wandfresken und seinem Altar hat eine ganz besondere Ausstrahlung, das merken Sie gleich, wenn Sie die Kirche durch den Haupteingang betreten“, schwärmt Josef Laupheimer, leitender Pfarrer in Stuttgart-Ost.

Als „Gotteshaus auf der Höhe“ stellte das Sonntagsblatt 1921 die Herz-Jesu-Kirche vor. Damals war die Kirche allerdings noch ein Torso ohne Kirchturm bestehend aus dem Altarraum und dem vorderen Teil des Kirchenschiffes. Erst 1934 konnte der Bau in seiner heutigen Gestalt mit dem freistehenden Turm und dem erweiterten Kirchenschiff nach den Plänen des Architekten Clemens Hummel abgeschlossen werden.

Weithin sichtbarer Kirchenbau mit markantem Turm
Im Stuttgarter Osten ist die Herz-Jesu-Kirche die größte katholische Kirche, sogar größer als ihre Mutter St. Nikolaus. Mit ihrem 34 Meter hoher Rundturm steht sie über dem Klingenbachtal und ist von weitem sichtbar. Einzigartig in Stuttgart ist ihr Baustil: Er erinnert an frühchristliche Basiliken, die Kirche ist nach dem Vorbild Sant’Apollinare in Classe in Ravenna erbaut. „Zu uns kommen auch Menschen, die einfach in der Kirche verweilen oder eine Kerze bei der Madonna anzünden. Herz Jesu ist ein Ort der Zuflucht, der Ruhe und der Stille“, so Josef Laupheimer. „Damals wie heute zeichnet sich die Gemeinde durch einen hohen Anteil Zugezogener aus. Vor hundert Jahren kamen Menschen wegen der Industrialisierung nach Gaisburg und Gablenberg. Heute liegt der Anteil der Menschen mit einer Migrationsgeschichte bei 45 Prozent. So haben wir eine Mischung von Katholiken, die in der Gemeinde aufgewachsen sind, und vielen, die über die Jahre aus ganz unterschiedlichen Herkunftsregionen in den Stuttgarter Osten gezogen sind.“

Buch: „100 Jahre Herz-Jesu-Kirche (1921-2021)“
Im Jubiläumsjahr erscheint das Buch „100 Jahre Herz-Jesu-Kirche (1921-2021). Von der ‚Gaisburger Turnhalle‘ zur herrlich gelegenen Bergkirche“ von Elmar Blessing. Der aus der Gemeinde stammende Historiker hat sich intensiv mit der Geschichte von Herz Jesu auseinandergesetzt: „Am meisten hat mich beeindruckt, dass die Idee vom Bau einer Kirche nicht von einem Kleriker ausging, sondern von Theodor Spöttle.“ Der Unternehmer, selbst neu im Stuttgart, hatte 1904 den Bauplatz über dem Klingenbachtal gekauft. Er wollte, dass die Katholiken einen kürzeren Weg zu ihrem sonntäglichen Gottesdienst haben. Ein weiterer Mann hat Elmar Blessing schwer beeindruckt: „Stadtpfarrer Ströbele war unglaublich engagiert. Er war Bauherr und Seelsorger durch und durch. Ich erinnere mich noch an ihn. Ich war damals sieben Jahre alt und er hat zu mir – wie zu allen Kindern – ‚Kind Gottes‘ gesagt.“ Ströbele sei sehr bestrebt gewesen, die Katholiken in der Gemeinde zusammenzuführen. 

Gemeindeleben in Herz Jesu
„Unser Kirchengemeinderat ist recht jung, die Frauen und Männer bringen unterschiedliche Talente und Begabungen in das Gemeindeleben und in das Gremium ein. Hier treffen viele katholische Lebensgeschichten aufeinander“, erzählt Josef Laupheimer. Und Thomas Grünwald, der Gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderates, ergänzt: „Bei uns in Herz Jesu spielen das Miteinander von Jung und Alt und auch die Kirchenmusik eine wichtige Rolle. Unser Kinderkirchenteam ist aktiv, bei den Familiengottesdiensten gehen wir auch mal neue Wege, das gefällt allen. Wir haben viele begeisterte Sängerinnen und Sänger im Projektchor, bei Graffity, im Kinderchor und in der Schola.“ Josef Laupheimer und Thomas Grünwald betonen, dass in Herz Jesu die Ökumene ganz selbstverständlich sei und es viele enge Kontakte zu den evangelischen Gemeinden gäbe. In den Familien würde ein ökumenisches Miteinander gelebt.

Weiterere Informationen finden Sie hier

Kennen Sie unseren Gemeindebrief "Blickpunkt-Ost"?

Wenn Sie sich hier anmelden, bekommen Sie ihn alle zwei Monate zugesandt.
Der Blickpunkt Ost ist kostenlos, wir freuen uns aber einmal im Jahr über eine Spende.

ANMELDEN