Gott wird Mensch und kommt uns nah!

Weihnachten ist das Fest der Menschwerdung des allmächtigen und barmherzigen Gottes. Der unbegreifliche Schöpfergott lässt sich mit Haut und Haaren auf seine von ihm geschaffene Schöpfung ein. Er wird Mensch in Raum und Zeit. Gott wird zu einem Menschen, zu dem ich in Beziehung treten kann, zu einem Menschen, der verletzlich, ja sogar sterblich ist. In Jesus Christus nimmt Gott das Schicksal an, das er seinen Geschöpfen zumutet. Er lässt sich ein auf das, was er geschaffen und ins Dasein gerufen hat.

Doch spüren wir diese Nähe?
Nehmen wir Gott überhaupt wahr? Brauchen wir Gott eigentlich noch?

Letztes Jahr an Weihnachten war Covid 19 noch weit, weit weg. Jetzt ist dieses Virus uns ganz, ganz nah. Er hat das Zusammenleben verändert, wie es niemand erwarten konnte. Wir sind angehalten, auf Abstand zu gehen, und brauchen doch so sehr die menschliche Nähe. Das Bedürfnis, an Weihnachten die Familie zu sehen, sich „zusammenzukuscheln“ oder miteinander bei leckerem Essen um einen Tisch zu sitzen, ist so existentiell geworden, dass es längst über die Grenzen des Christentums hinausgeschwappt ist.

Viele stellen sich darauf ein, dass wir auf all das diesmal verzichten müssen. Umso mehr wächst die Anforderung an uns, Nähe und Nächstenliebe zu zeigen. Uns zu kümmern um die, die in dieser Zeit vereinsamen, denen die Decke auf den Kopf fällt. Umso mehr Bedeutung kommt dem Kind in der Krippe zu, das es aufzusuchen galt und weiterhin gilt. Einem kleinen, nackten Kind, das auf die Hilfe und Zuneigung anderer angewiesen ist.

Gott will durch seine Menschwerdung auch unser Leben verändern. Aber nicht wie das Virus, das Leben vernichtet. Gott bietet uns ein Leben in Fülle an. Er schenkt uns seine Liebe. Er kommt uns ganz nah, damit wir Leben haben. Er will unter unsere Haut kommen. Gottes Nähe ist heilend, aufbauend, tröstend, Hoffnung gebend und noch vieles mehr. Für ihn selbst bedeutet das, verletzlich und sterblich zu werden. Für uns bedeutet das, Liebe und Nähe zu schenken.

Machen wir es wie Gott und schenken unseren Mitmenschen eine heilende, aufbauende, tröstende und hoffnunggebende Nähe. Jesus sagt zu seinen Jüngern: „Wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es finden“ (Matthäus 16,25). So weist das Fest der Menschwerdung Gottes schon auf das Ostergeheimnis hin, wo Gott nicht unter unsere Haut kommen will, sondern wir bei ihm das Leben finden werden.

Wir wünschen Ihnen ein gnadenreiches Weihnachtsfest, an dem Sie Gottes heilende und lebenspendende Nähe erfahren können, und für das Jahr 2021 Gottes reichen Segen!

Mechthild Carlé, Pastoralreferentin                       Walter Humm, Pfarrvikar

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