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Impuls: 4.Oktober Franz von Assisi

Gelobt seist du, mein Herr,
durch unsere Schwester, Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt
und bunte Blumen und Kräuter.       
Franz von Assisi

Lege deine Schuhe ab, denn dort wo du stehst, ist heiliger Boden. Ex 3,5

Wenn wir an die Rettung der Mitwelt denken, fällt uns eher der Amazonasregenwald oder das Great Barrier Reef an der Ostküste Australiens ein. Das ist nicht falsch. Warum sehen wir nicht den Boden, auf dem wir alltäglich stehen? Der Text des Hl. Franziskus und das Bibelzitat laden dazu ein.

Für die amerikanische Theologin Brenna Davis war ein Spaziergang im Park Anlass umzudenken. Auf ihrem alltäglichen Weg stellt sie erstaunt fest, jemand hat kleine Türen auf Stämme der Bäume gemalt, als ob dort Tiere oder Zwerge wohnen. Überrascht und tief berührt spürt sie Freude und Dankbarkeit für diesen seltsamen Anblick. Ein wohlbekannter Ort verwandelt sich in einem Augenblick, weil jemand mit liebevoller Fantasie und Kreativität einen Blickwechsel ermöglicht. Ich vermute, die Idee hätte auch Franz von Assisi gefallen. Gegen Ende seines Lebens, von Krankheit und Erschöpfung schwer gezeichnet, stimmte er den ´Sonnengesang´ an. Er ruft darin den Menschen in alltäglicher Sprache, für das 13. Jahrhundert ungewöhnlich, zum Lobpreis Gottes in all seinen Geschöpfen auf.

Solche Momente der Ehrfurcht können nicht willentlich gemacht werden. Sie geschehen, wenn wir achtsam sind und bereit, uns dem Heiligen zu öffnen. In diesen Augenblicken erleben wir das Geschenk der Liebe Gottes in und durch seine Geschöpfe. Ein tiefes Gespür der Dankbarkeit und des Respekts für die Schöpfung und seine Heiligkeit stellen sich ein.

Ich nehme mir für die nächste Zeit vor, etwas achtsamer in Wäldern und Weinbergen unterwegs zu sein – oder sei es nur in der Gablenberger Hauptstraße.

B. Derek

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